Zylinderkopf für alle Fahrzeuge

Zylinderkopf

Wichtige Informationen für Reparatur und Kauf

Der Zylinderkopf (auch "Zylinderdeckel" genannt) eines Kfz ist das Gussteil, das über der Zylinderkopfdichtung und dem Zylinderkurbelgehäuse (bzw. Zylinderblock) angebracht ist. Mittels der Zylinderkopfschrauben sind diese Teile miteinander verschraubt. Über dem Zylinderkopf befindet sich die Zylinderkopfhaube (auch als "Ventildeckel" bekannt).
Die Aufgabe des Zylinderkopfes ist es, Zündkerzen bzw. Glühkerzen, Einspritzventile bzw. Einspritzdüsen und weitere Teile der Motorsteuerung wie zum Beispiel Klopfsensoren aufzunehmen. Bei den weit verbreiteten Viertakt-Motoren sind auch Ventile und Nockenwelle im Zylinderkopf angebracht.

1. Bauart

Eine wesentliche Unterscheidung des Zylinderkopfes kann nach der Art der Zylinderkopfkühlung vorgenommen werden. Ein flüssigkeitsgefühlter Zylinderkopf weist eingegossene Kühlkanäle auf und besteht meist aus Leichtmetall oder Gusseisen. Ein luftgekühlter Zylinderkopf besitzt Kühlrippen, die sich nur durch Leichtmetalllegierungen herstellen lassen.
Man kann beim Zylinderkopf auch zwischen einem Gegenstromkopf und einem Querstromkopf unterscheiden: Bei ersterem gelangen die Frischgase auf derselben Seite in den Zylinderkopf wie die Abgase ihn verlassen. Dadurch verkürzen sich bei Turbomotoren die Leitungswege. Beim Querstromkopf hingegen sind der Einlass für das Kraftstoff-Luft-Gemisch und der Auslass für das Abgas auf gegenüberliegenden Seiten des Zylinderkopfes angeordnet.

2. Diagnose

Der Zylinderkopf ist für gewöhnlich ein Bauteil, das im Rahmen eines Autolebens lang hält. Beschädigungen treten in seltenen Fällen vor allem durch Überhitzung auf. Risse im Zylinderkopf können mit speziellen Chemikalien unter UV-Licht sichtbar gemacht werden.
Die Gewinde für Zündkerzen oder Glühkerzen sind direkt in den Zylinderdeckel eingeschnitten und können durch schräges Einsetzen oder zu festes Anziehen beschädigt sein.
Kritischer Punkt ist die Dichtfläche des Zylinderkopf zum Zylinderblock. Sie sollte auf Kratzer, Dichtungsreste oder Durchhänger kontrolliert werden. Mitunter ist dann ein chemischer Dichtungsreiniger oder sogar ein Planschleifen notwendig.

3. Reparatur

Ein Zylinderkopf darf nur bei kaltem Motor ausgebaut werden, denn ein warmer Zylinderkopf kann sich nach der Demontage unkontrolliert verziehen.
Die Dichtflächen sind oft sehr weich und können auch bei der Montage leicht beschädigt werden.
Beim Wiedereinbau des Zylinderkopf sind auch eine neue Zylinderkopfdichtung und neue Zylinderkopfschrauben notwendig.
Bei der Montage des Zylinderkopfs muss penibel auf das richtige Anzugsdrehmoment der Zylinderkopfschrauben geachtet werden, damit diese eine genügend aber nicht zu hohe Vorspannkraft ausüben. Das Drehmoment richtet sich nach dem Schraubenwerkstoff, der Art der Schraubenausführung, den Werkstoffen von Zylinderkopf und Zylinderblock und der Art der Zylinderkopfdichtung. Die Zylinderkopfschrauben müssen auch in einer bestimmten Reihenfolge montiert werden. Ansonsten besteht die Gefahr des Verziehens, das zuerst in einem schlechten Ventilsitz erkennbar wird.

4. Marken

Zylinderköpfe werden im Allgemeinen nur überholt angebotem oder direkt durch die Fahrzeughersteller.

Quellen

  • Meisterwissen im Kfz-Handwerk; Vogel Buchverlag; 2007
  • Kraftfahrzeugtechnik; westermann; 2005
  • Handbuch Kraftfahrzeugtechnik; Vieweg; 2007
  • Jetzt helfe ich mir selbst, Opel Astra F, Band 156; Motorbuch Verlag; 1995
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