Auto springt nicht an: mögliche Ursachen

Es gibt zahlreiche Gründe für Startprobleme, die nicht immer leicht zu finden sind. Nicht alle von uns sind erfahrene Automechaniker, die eine tiefergehende Diagnose stellen können. Aber schon mit kleinen Routineprüfungen kann häufig der Grund ermittelt werden, der das Starten des Motors verhindert. Es muss also nicht immer gleich der Abschleppwagen gerufen werden.

Das Auto springt nicht an: Probleme mit der Elektronik

Zu schwache Batterie

Meistens führen Batterieprobleme dazu, dass das Auto nicht startet. Insbesondere Kälte kann die Leistung der Batterie erheblich beeinträchtigen. Die Batterie ist dann weniger effizient, wird aber zugleich stärker genutzt (Scheinwerfer, Heizung, Scheibenwischer usw.). Folgende Anzeichen weisen auf ein Problem mit der Batterie hin: Klickgeräusch beim Startversuch, Anlasser dreht schwer durch und startet das Auto nicht mehr oder gerade noch so, das Licht der Signallämpchen flackert oder bleibt ganz aus.

Ob es an der Batterie liegt, lässt sich leicht herausfinden: Lassen sich die Scheinwerfer nicht einschalten oder leuchten sie nur schwach, ist die Batterie leer. Alternativ kann man mit einem Multimeter auf den Batteriepolen die Spannung messen. Liegt die Spannung unter 12 Volt, muss die Batterie nachgeladen werden. Der Sollwert liegt zwischen 12,4 und 12,7 Volt.

Es gibt zwei Möglichkeiten, das Auto trotz einer schwachen Batterie zu starten:

Bei der Starthilfe immer die Farbe der Kabel beachten!
  • Einen Batterie-Booster verwenden (handliches Starterkit). Hinweis: Auf den korrekten Kabel-Querschnitt achten! Benziner benötigen im Normalfall 16 mm², größere Motoren können aber auch 25 mm² benötigen. Diesel haben in der Regel 25 mm², ab 3000 ccm Hubraum sollte ein Kabel mit 35 mm² verwendet werden.
  • Starthilfe durch ein anderes Auto. Achte beim Anschließen auf den Plus- und den Minuspol (rotes Kabel und schwarzes Kabel). Beim startenden Auto wird das rote Kabel an den Pluspol der Batterie angeschlossen, das schwarze an den Minuspol. Beim Pannenauto wird das rote Kabel an den Pluspol angeschlossen. Das schwarze Kabel wird beim Pannenauto nicht an dessen Batterie angeschlossen, sonst droht Funkenflug! Stattdessen schließt man das Kabel an einen Massepunkt am Motor an, z. B. am Motorkranhalter.

Ist die Batterie ausreichend aufgeladen und kann dennoch nicht die zum Starten des Motors erforderliche Leistung liefern, sind möglicherweise die Metallklemmen auf dem Gehäuse der Batterie zu stark oxidiert. Erste Hilfe in diesem Fall:

  1. Klemmen lösen (erst Minus und dann Plus).
  2. Die Anschlüsse mit einer Drahtbürste oder Sandpapier reinigen.
  3. Die Pole mit Batterie-Polfett einfetten, um eine weitere Oxidation zu verhindern.
  4. Die Klemmen wieder anschließen (erst Plus und dann Minus) und einen Neustart versuchen.

Hilft auch das nicht, muss die Batterie ausgewechselt werden, dies allerdings nur, wenn sie wirklich defekt und nicht lediglich entleert ist. Kleiner Tipp: Bei Autos mit Schaltgetriebe und ohne Kat hilft manchmal auch Anschieben.

Defekte Lichtmaschine

Kommt es beim Starten häufiger zu Problemen, liegt der Fehler möglicherweise bei der Lichtmaschine. Ist nur der Antriebsriemen der Lichtmaschine defekt, hält sich der Schaden in Grenzen. Ist die Lichtmaschine selbst defekt, kann sie die Batterie während der Fahrt nicht richtig aufladen. Das permanent leuchtende Batteriesymbol ist ein Hinweis darauf. Eine defekte Lichtmaschine muss in der Werkstatt ersetzt werden. Dabei sollte auch gleich die Starterbatterie überprüft werden. Tipp: Am besten erneuert man auch gleich die Keilrippenriemen, da man sie ohnehin ausbauen muss.

Anlasser und Relais

Gerade bei älteren Fahrzeugen kann das Problem beim Anlasser liegen.

Wenn Lichtmaschine und Batterie nicht die Ursachen dafür sind, dass das Auto nicht anspringt, liegt das Problem gerade bei älteren Fahrzeugen möglicherweise am Anlasser, einem recht empfindlichen Verschleißteil. Dreht der Anlasser durch, macht er zwar noch Geräusche, hat aber nicht mehr genügend Kraft, um den Motor zu starten. Macht der Anlasser beim Drehen des Schlüssels nur noch ein klackendes Geräusch, kann er den Motor ebenfalls nicht mehr starten. In beiden Fällen ist der Anlasser defekt. Wenn Anschieben nicht hilft, empfiehlt sich die Hammermethode. Der Anlasser bekommt ein paar vorsichtige Schläge mit dem Hammer auf sein Gehäuse, damit sich der „hängende“ Magnetschalter lösen und der Motor wieder anspringen kann. Allerdings ist diese Lösung nur temporär; auf Dauer hilft nur der Ausbau des Anlassers oder ein Besuch in einer Werkstatt.

Auch Übergangswiderstände (Grünspan an den Kontakten, lose Verschraubungen an den Kabeln) können dafür sorgen, dass der Starter aufgrund von zu geringem Stromfluss über das Relais nicht arbeitet. In dem Fall würde das Relais klacken, der Starter aber dennoch nicht arbeiten. Ist das Relais defekt oder ist das Kabel zwischen Startknopf und Relais oder zwischen Relais und Batterie unterbrochen, hört man das Relais nicht einmal mehr klacken.

Lose Kabel und Marderbiss

Sind Zündkerzenkabel lose oder defekt, können die Zündkerzen nicht den erforderlichen Zündfunken liefern und der Motor kann nicht starten. Die einfachste Lösung besteht darin, lockere Kabel und Stecker wieder zu befestigen. Wenn die Kabel fest sind, aber Funken verursachen, ist die Isolierung beschädigt. Dies kann durch Marderbisse verursacht werden.

Bei Marderbiss muss dringend gehandelt werden. Für den Übergang können Zündkerzenkabel mit Isolierbändern abgedeckt werden, bei nächster Gelegenheit sollten sie jedoch erneuert werden. Springt das Auto wieder an, muss unbedingt im Motorraum nach weiteren Marderbissen gesucht werden. Eine beschädigte Kühlwasserleitung kann zu ernsthaften Motorschäden führen.

Elektronische Wegfahrsperre

Hat der Schlüssel die Verbindung mit dem Fahrzeug verloren, muss er möglicherweise neu angelernt werden.

Die meisten modernen Autos haben einen elektronischen Zündstartschalter, der über einen Funkschlüssel aktiviert wird. Dieser Schlüssel verfügt über einen elektronischen Chip, der mit dem Steuergerät für Zentralverriegelung des Autos kommuniziert (Wegfahrsperre). Im Steuergerät können bis zu vier Schlüssel hinterlegt werden. Lässt sich das Fahrzeug mit einem der anderen Schlüssel starten, ist möglicherweise nur die Batterie im Funkschlüssel leer. Verliert das Steuergerät die Synchronisation mit der Funkfernbedienung, z. B. durch einen Batteriewechsel, kann das Steuergerät den Funkschlüssel nicht mehr identifizieren und das Auto startet nicht. In diesem Fall muss der Schlüssel in der Fachwerkstatt neu angelernt werden.

Auto startet nicht: Probleme mit dem Treibstoff

Leerer Tank, schlechter Kraftstoff

Steckt die Messnadel fest, bemerkt man erst spät, wenn der Tank leer ist.

Wenn der Anlasser durchdreht, das Fahrzeug aber nicht startet, muss überprüft werden, ob sich noch Kraftstoff im Tank befindet. Manchmal bleibt die Messnadel stecken und man bemerkt gar nicht, dass der Tank eigentlich schon leer ist. In diesem Fall lässt man das Auto durch kräftiges Aufstützen ein wenig wippen, um festzustellen, ob sich Flüssigkeit im Tank befindet.

Manchmal kann das Problem auch von der Qualität des Kraftstoffs herrühren: von Verunreinigungen (Tankboden) oder einem minderwertigen Zusatzstoff.

Kraftstoffpumpe und Kraftstofffilter

Möglicherweise führt ein Ausfall der Kraftstoffpumpe dazu, dass der Kraftstoff die Einspritzdüsen nicht mehr erreicht. Auch ein verstopfter Kraftstofffilter kann dazu führen, dass das Auto nicht mehr anspringt. Dies kann vor allem in der Übergangszeit von Herbst zu Winter bei Dieselfahrzeugen passieren, wenn es nachts plötzlich kalt wird und noch Sommerdiesel im Tank ist. Der Sommerdiesel fängt an zu flocken, Paraffinkristalle setzen den Kraftstofffilter zu und verhindern so das Durchfließen des Kraftstoffes zum Motor.

Fazit

Wenn das Auto nicht anspringt oder nur sehr mühsam startet, ist es ratsam, nach dem Ausschlussprinzip vorzugehen und dabei mit den wahrscheinlichsten und/oder am einfachsten prüfbaren Kandidaten zu beginnen:

  • Schlüssel (Start mit Zweitschlüssel)
  • Batterie
  • Starter
  • Zündkerzen
  • Zündspulen
  • Verkabelung
  • Lichtmaschine
  • Wegfahrsperre
  • Kraftstoffzufuhr

Tipp: Eine regelmäßige Überprüfung des Autos im Frühjahr und im Herbst ist der beste Schutz vor unliebsamen Pannen!

FAQ

Was können Ursachen für einen Defekt an der Lichtmaschine sein?

Abgenutzter Generatorriemen oder Regler, verschlissene Kohlebürsten, defekter Regler oder defekter Freilauf, Korrosion der Kabelverbindungen, zu wenig Spannung am Keil(rippen)riemen.

Was kann am Anlasser defekt sein?

Verschleiß der Anlasser-Kohlenbürste, Magnetschalter defekt, Ritzel ist abgenutzt/verschlissen, defekter Elektromotor des Starters, Freilauf ohne Funktion. In diesem Fall sollte der Anlasser gewechselt werden.

Was kann an der Zündspule kaputt sein?

Beschädigung, z. B. durch Marder, Kontaktfehler durch Feuchtigkeit im Stecker, altersbedingter Kurzschluss in der Zündspule.


Automechaniker schraubt an einem Autoteil

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