Ratgeber: Elektroautos

Elektroautos können auf gekennzeichneten Parkplätzen mit Ladesäulen aufgeladen werden

Elektromobilität spielt eine wachsende Rolle im Bereich der Personenbeförderung. Egal ob Elektroroller oder E‑Bike: Immer mehr Menschen bewegen sich mithilfe von Strom von A nach B. Alle namhaften Automobilhersteller bieten mittlerweile Elektromodelle an und auch die staatlichen Fördermittel werden der wachsenden Nachfrage angepasst.

Allein in Deutschland sind mittlerweile rund 284.000 E‑Autos zugelassen (Stand Oktober 2019). Eine Zahl, die in Zukunft noch erheblich steigen dürfte. Neben attraktiven Fördermitteln von Bund und Ländern spielen die Nachhaltigkeit und lokale Emissionsfreiheit von Elektroautos eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung vieler Menschen.

2020 gilt als entscheidendes Jahr für die Elektromobilität. Die von der EU vorgegebenen CO­2-Flottengrenzwerte von 95 g CO2 pro Kilometer werden ab 2020 verbindlich und jeder Hersteller, der diesen Wert nicht einhält, sieht sich ab 2021 mit hohen Strafzahlungen konfrontiert.

Doch nicht nur die neuen EU-Vorschriften sorgen dafür, dass immer mehr Hersteller ihren Fokus auf Elektromobilität legen. Elektroautos bieten im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor einige entscheidende Vorteile: Elektroautos sind vergleichsweise einfach aufgebaut. Rund ein Drittel der Teile, die zum Bau eines herkömmlichen Verbrennungsmotor-PKWs benötigt werden, wird beim Bau von E‑Autos nicht mehr gebraucht. Verschleißteile wie Auspuff und Einspritzpumpen werden nicht benötigt, wodurch der Wartungsaufwand erheblich sinkt. Auch der höhere Wirkungsgrad und die hohe Energieeffizienz der E‑Autos verschaffen ihnen einen Vorteil gegenüber ihren Vorgängern mit Brennstoffmotor. Sofern mit regenerativer Energie getankt wird, sind Elektroautos zudem emissionsfrei unterwegs. Da jedoch nicht alle Ladestationen Ökostrom anbieten, sollten sich Interessierte im Vorfeld über die Standorte von Ökostrom-Ladesäulen in ihrer Nähe informieren.

Ein Punkt, in dem die E‑Autos den mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Modellen noch hinterherhinken, ist die Reichweite. Zum jetzigen Zeitpunkt können die verbauten Akkus der E‑Autos leistungstechnisch noch nicht mit Verbrennungsmotoren mithalten. Allerdings befindet sich die Akku-Technologie in einer intensiven Weiterentwicklungsphase, so dass in diesem Bereich in den kommenden Jahren mit deutlichen Fortschritten zu rechnen ist.

Der Markt für E‑Autos in Deutschland ist recht jung und das Angebot an Fahrzeugen noch übersichtlich. Dabei unterscheiden sich die angebotenen E‑Autos sowohl im Preis als auch in ihrer Leistung erheblich. Während kleinere Stadtautos wie der Renault Twizy mit einer Reichweite zwischen 50 und 80 Kilometern bereits ab knapp 7.000 Euro erhältlich sind, sind mittlerweile auch hochpreisige Fahrzeuge wie der Tesla Model X (ab 90.000 Euro) mit einer Reichweite von über 500 Kilometern auf dem Markt. Ist die Batterie leer, muss das E‑Auto aufgeladen werden. Und auch hier unterscheiden sich die Modelle: Manche Autos lassen sich über einen Schnellladevorgang mit Gleichstrom (DC) aufladen, welcher die Akkuladung in wenigen Minuten ermöglicht. Der in Europa über herkömmliche Stromanschlüsse verfügbare Wechselstrom (AC) kann dagegen in alle E‑Autos geladen werden. Die Ladedauer beträgt dabei je nach Anschluss zwischen 20 Minuten und 8 Stunden. Wichtig ist zu beachten, dass die vom Hersteller angegebene Ladedauer sich meist auf eine 80-prozentige Aufladung bezieht.

Nutzertypen von Autos

Ebenso wie die E‑Auto-Modelle sich unterscheiden, sind auch ihre Fahrer sehr unterschiedlich. Je nach Lebenssituation und Gewohnheiten stellen sie unterschiedliche Ansprüche an ihr Auto und zeigen verschiedene Nutzungsweisen ihrer PKWs. Generell lassen sich dabei der Vielfahrer und der Gelegenheitsfahrer unterscheiden. Um diesen Ratgeber nicht nur auf einen der Nutzungstypen zu beschränken, wird in den Artikeln wiederkehrend auf beide Typen Bezug genommen.

Vielfahrer

Der Vielfahrer legt jedes Jahr mindestens 20.000 Kilometer zurück und ist sowohl in Städten als auch auf Landstraßen und Autobahnen unterwegs. Vor allem Pendler und Menschen, die aus beruflichen Gründen viel reisen, fallen in diese Kategorie. Dabei befährt der Vielfahrer ihm bekannte Straßen und Nachbarschaften, aber eben auch unbekannte Ortschaften und Regionen. Eine hohe Reichweite und ein schneller Ladevorgang sind wichtige Ansprüche, die der Vielfahrer an sein Auto stellt.

Gelegenheitsfahrer

Der Gelegenheitsfahrer wohnt in der Regel in einer größeren Stadt und legt meist kürzere Strecken mit dem Auto zurück. Er ist nicht per se auf ein Auto angewiesen und nutzt neben seinem Auto auch öffentliche Verkehrsmittel. Größere Einkäufe und Wochenendausflüge werden mit dem Auto getätigt. Der Gelegenheitsfahrer legt weniger Wert auf Reichweite, mehr Wert jedoch auf günstige Parkmöglichkeiten. Er hat in der Regel Zeit sein Auto aufzuladen und benötigt es eher für kurze Strecken.

Einsatzbereiche von Elektrofahrzeugen

Elektroautos haben vor allem im städtischen Transportverkehr ein breites Anwendungsspektrum. Alle Fahrzeuge, die eine klar definierte Strecke zurücklegen, könnten perspektivisch durch Elektro-Alternativen ersetzt werden. Für den Busverkehr, für Stadttaxis, Postautos und Handwerker stellen Elektroautos eine lokal emissionsfreie Alternative zum Auto mit Verbrennungsmotor dar. In diesen Bereichen werden sie zum Teil bereits eingesetzt. Die Deutsche Post setzt in vielen Städten beispielsweise bereits auf kleine E‑Autos und auch im Berliner Nahverkehr sind bald 30 Elektrobusse unterwegs.

Aber auch für Stadtbewohner und Kurzstreckenpendler ist das E‑Auto durchaus attraktiv. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich durch die geringen Betriebs‑, Wartungs- sowie Versicherungskosten in der Regel bereits innerhalb weniger Jahre. Lediglich der eventuelle Akkuaustausch nach einigen Jahren Gebrauch kann bisweilen den Nutzer teuer zu stehen kommen, die Hersteller ziehen jedoch mit längeren Garantielaufzeiten oder Mietmodellen für Akkus nach.

Besonders Städte mit einer hohen Luftverschmutzung können durch den Einsatz und die Subventionierung von Elektroautos zur Verbesserung der Lebensbedingungen beitragen. Seit 2019 müssen Elektroautos bei Geschwindigkeiten unter 25 km/h ein Geräusch abgeben, um die Unfallgefahr für Fußgänger zu minimieren. Auch an diesem Modell wird viel geforscht, so dass dieses Geräusch in naher Zukunft nur noch zielgerichtet an Fußgänger in Gefahrsituationen abgegeben wird.

In den kommenden Monaten und Jahren wird sich das E‑Auto auch in ländlicheren Regionen etablieren können. Durch einen bundesweiten Ausbau des Ladestationen-Netzes und die stetige Verbesserung der Akkulaufzeiten sollen bald schon längere Autofahrten außerhalb von Ballungsgebieten möglich sein. Besonders kleine Städte und Kommunen entlang von Schnellstraßen profitieren dann von der sinkenden Lärmbelastung durch laute Verbrennungsmotoren.

Im Bereich des Carsharings werden E‑Autos mittlerweile erfolgreich eingesetzt. Alle großen Carsharing-Anbieter haben inzwischen Elektroautos in ihrer Flotte und die ersten reinen E‑Auto-Anbieter etablieren sich. Carsharing-Dienste bieten eine ideale Gelegenheit, sich mit dem Konzept des E‑Autos vertraut zu machen, und stellen vor allem für Städter, die nicht zwingend auf ein eigenes Auto angewiesen sind, eine ideale Alternative dar.

Dieser Ratgeber befasst sich mit dem Thema Elektroautos und geht dabei im Besonderen auf entscheidende Umweltaspekte, den Ladevorgang, die Fördermöglichkeiten beim Erwerb und das Verhalten bei Unfällen und Schäden ein.

Elektroautos fahren emissionsfrei, sind jedoch in ihrer Herstellung nicht CO2-neutral

Umweltbilanz von Elektroautos

Elektroautos gelten als umweltfreundlichere Alternative zum Brennstoffmotor-Auto. Jedoch steht seit einiger Zeit die Gewinnung von Kobalt und Lithium zum Betrieb der Batterien in der Kritik. Der hohe Herstellungsaufwand und der damit verbundene CO2-Ausstoß schädigen das grüne Image der Elektromobilität. Doch auf diesem Gebiet wird viel geforscht: Neue Technologien und kürzere Produktionswege versprechen einen nachhaltigeren Produktionsprozess und große Hersteller setzen bereits jetzt auf den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Herstellung von E‑Autos.

Von der Produktion über den Gebrauch und die Wartung bis hin zur Entsorgung spielen bei der Betrachtung der Umweltfreundlichkeit von E‑Autos viele Faktoren eine Rolle. Dieser Artikel zieht einen Vergleich zwischen Elektroautos und herkömmlichen Fahrzeugen im Hinblick auf Aspekte der Nachhaltigkeit und der Klimafreundlichkeit.

Elektroautos können zuhause oder an einer Ladestation aufgeladen werden

Laden unterwegs und zuhause

Jedes Auto benötigt Energie. Herkömmliche Autos mit Verbrennungsmotoren nutzen dafür Benzin oder Diesel – darauf ist ein E‑Auto nicht angewiesen. Elektroautos werden mit Strom betrieben und zum Aufladen der Akkus gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neben öffentlichen Ladesäulen an Tankstellen und öffentlichen Parkplätzen gibt es auch Ladestationen für zuhause. Öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge lassen sich bequem per App finden und werden von verschiedenen Anbietern mit unterschiedlichen Bezahl- und Lademöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Sogenannte Wandladestationen, auch Wallboxen genannt, können in der Garage oder an der Hauswand montiert werden und bieten eine Möglichkeit, das E‑Auto auch zuhause zu laden.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den verschiedenen Lademöglichkeiten für E‑Autos und geht insbesondere auf die Bedingungen und Kosten der Installation von Wallboxen in den eigenen vier Wänden ein. Alle Informationen aus dem Artikel sind auch nochmal in einem praktischen PDF zusammengefasst.

Beim Ausfüllen der Förderanträge hilft der Autohändler

Fördermöglichkeiten für Elektroautos

Der Erwerb eines Elektroautos bedeutet zunächst einmal einen hohen Kostenaufwand. Neben dem Kaufpreis des PKWs kann auch der Einbau von Stromleitung, Steckdose und Wallbox in die private Garage teuer werden. Um den Kauf eines Elektroautos trotzdem attraktiv zu machen, bezuschussen Bund und Länder den Erwerb mit Fördergeldern. Zusätzlich profitieren Inhaber von Elektroautos von Steuervorteilen und weiteren Privilegien wie Parkvorteilen oder der Nutzung von Sonderfahrspuren.

Dieser Artikel bietet eine umfangreiche Übersicht der verschiedenen Fördermöglichkeiten von Bund und Ländern und geht auf die unterschiedlichen Preisklassen von Elektroautos ein.

Für eine Elektroauto kommt nicht jede Werkstatt in Frage

Schadensfall und Reparatur von E‑Autos

Wie jedes andere Fahrzeug auch muss ein Elektroauto gewartet werden. Trotz der geringen Anfälligkeit für Verschleißschäden sind Fehlfunktionen und Unfälle nicht ausgeschlossen. Im Vergleich zu brennstoffbetriebenen Fahrzeugen müssen im Schadensfall beim E‑Auto einige Besonderheiten beachtet werden. Vom Unfall selbst bis hin zur Reparatur in spezialisierten Werkstätten läuft bei einem E‑Auto einiges anders als gewohnt.

Dieser Artikel geht auf diese Besonderheiten ein und erklärt, worauf im Schadensfall oder bei einem Verkehrsunfall geachtet werden sollte.

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