Fahrerassistenzsysteme bei Autos

Ältere Fahrer achten beim Kauf eines Neuwagens zum Teil auf andere Kriterien als jüngere Leute. Ihnen sind ein bequemer Einstieg und eine hohe Sitzposition wichtig sowie ausreichend große Fenster (nicht getönt), die eine gute Rundumsicht gewährleisten. Das Auto sollte außerdem mindestens vier Türen besitzen, damit der Fahrer beim Ein- und Ausstieg von Fahrgästen auf der Rückbank nicht jedesmal selbst aussteigen muss. Damit das Be- und Entladen mühelos möglich ist, sollte das Auto eine eher niedrige Ladekante haben. Für viele Deutsche ungewohnt: Mit einer Automatikschaltung entfällt hektisches Schalten in Stresssituationen, dadurch ist das Fahren einfacher und entspannter als mit Schaltgetriebe. Alle Bedienelemente sollten gut zu erreichen sein, also ohne Verrenkungen, die vom Fahren ablenken könnten. Wird ein Navigationsgerät verwendet, sollte das Display ausreichend groß und einfach zu bedienen sein. Beim Kurvenlicht leuchten die Scheinwerfer nicht nur gerade vor das Auto, sondern zusätzlich seitlich in die Kurve, sodass der Fahrbahnverlauf und etwaige Hindernisse früher erkannt werden können.

Zusätzlich gibt es heute zahlreiche Fahrerassistenzsysteme, die nicht nur Älteren das Fahren erleichtern und sicherer machen. Im Folgenden werden die wichtigsten Systeme vorgestellt.

Einparkhilfe und Rückfahrkamera

Für Menschen, denen es schwerfällt, Hals und Oberkörper beim Einparken ausreichend zu drehen, kann ein Parkassistent sehr nützlich sein. Elektronische Einparkhilfen gehören zur Standardausstattung moderner Pkws. Die meisten arbeiten mit Sensoren und warnen den Fahrer mit unterschiedlich intensivem Piepen, wenn das Auto beim Einparkmanöver zu nah an Hindernisse wie andere Autos herankommt. Alternativ oder ergänzend zu diesem Warnsystem können Rückfahrkameras zum Einsatz kommen. Damit behält der Fahrer die Bewegung des Fahrzeugs über ein Display im Auge. Rückfahrkameras und Parksensoren lassen sich auch nachrüsten.

Darüber hinaus gibt es auch vollautomatische Systeme, die Parklücken mithilfe von Sensoren erkennen und das Fahrzeug eigenständig einparken können. Diese Spezialität gehört allerdings nicht mehr zur Standardausstattung neuer Fahrzeuge. 

Bremsassistent und Notbremssysteme

Der Bremsassistent ist ein Bremskraftverstärker, dessen einziger Zweck es ist, den Bremsweg so stark wie möglich zu verkürzen. Hintergrund: Viele Fahrer reagieren in der Notsituation zwar schnell, scheuen sich jedoch davor, in die Bremse voll durchzutreten. In der Folge kommt es häufig zu Auffahrunfällen, weil wertvolle Zeit mit zu vorsichtigem Bremsen vergeudet wird. Hier kommt der Bremsassistent ins Spiel: Er erkennt anhand der Geschwindigkeit, mit der das Bremspedal getreten wird, die Notsituation und verstärkt den Bremsdruck bis aufs Maximum. Um ein Blockieren der Räder zu verhindern, greift außerdem das ABS ein. Seit 2011 müssen alle neuen Pkws einen Bremsassistenten haben.

Unter Notbremssystemen versteht man Systeme, die den Fahrer bei Kollisionsgefahr warnen, bei der Notbremsung unterstützen oder selbstständig bremsen. Sie arbeiten mit Sensoren, die den Abstand zu Hindernissen und anderen Fahrzeugen messen. Anders als der Bremsassistent arbeitet das Notbremssystem vorausschauend und ist in der Lage zu erkennen, ob der Bremsdruck ausreicht, um den Unfall zu verhindern. Falls nicht, hilft das System nach. Viele moderne Pkws haben Notbremssysteme, in wenigen Jahren sollen sie sogar zur Pflicht werden.

Berganfahrassistent

Anfahren am Berg erfordert ein besonders gutes Zusammenspiel beim Bremsen und Gasgeben und kann weniger geübte Fahrer schon mal etwas nervös machen – besonders wenn einem der Hintermann fast am Heck klebt. 

Der Berganfahrassistent soll das Zurückrollen und das versehentliche Abwürgen des Motors beim Anfahren an Steigungen verhindern. Er tut das, indem er die Bremse, nachdem sie losgelassen wurde, noch ein paar Sekunden betätigt lässt und erst dann löst, wenn das Motordrehmoment ausreicht, um anzufahren. Manche Systeme aktivieren sich ab einer gewissen Neigung selbst, andere werden per Knopfdruck gestartet.

Der Berganfahrassistent gehört nicht zur Standardausstattung, ist aber bei vielen modernen Pkws optional verfügbar.

Spurhalteassistent und Spurwechselassistent

Der Spurhalteassistent warnt den Fahrer, wenn er kurz davor steht, unabsichtlich die Fahrspur zu verlassen oder durch einen Spurwechsel einen Unfall zu riskieren (toter Winkel). Manche Systeme sind sogar in der Lage gegenzulenken oder zu bremsen. Fahrspurassistenten gehören nicht zur Standardausstattung, können aber bei vielen Modellen mitbestellt werden.

Der Spurwechselassistent wird auch Totwinkel-Assistent genannt, weil er insbesondere die Gefahr, beim Spurwechsel den toten Winkel zu übersehen, minimieren soll. Ähnlich wie beim Spurhalteassistenten gibt es auch beim Spurwechselassistenten Systeme, die lediglich vor einer Gefahr warnen, und andere, die aktiv in die Lenkung eingreifen. Auch der Spurwechselassistent ist nicht Teil der Standardausstattung, kann aber bei modernen Autos häufig mitbestellt werden.

Stauassistent

Das häufige Stop-and-go im Stau ist nicht nur langweilig, sondern kann auch dazu führen, dass das Auto hin und wieder abwürgt wird. Das zu verhindern ist die Aufgabe des Stauassistenten. Als Kombination aus dem Spurhalteassistenten und der automatischen Distanzregelung können Stauassistenten bei stockendem Verkehr das Auto selbstständig bremsen und wieder anfahren lassen. Anders als der Name vermuten lässt, funktioniert das System auch bei höheren Geschwindigkeiten, oft bis zu 60 km/h. Wird das Fahrzeug noch schneller, schaltet sich das System ab. Aus Sicherheitsgründen funktioniert das System auch nur dann, wenn der Fahrer mindestens eine Hand am Lenkrad hat.

Stauassistenten sind nur für Fahrzeuge mit Automatikgetriebe verfügbar und gehören nicht zur standardmäßigen Ausstattung. Darüber hinaus beschränken manche Hersteller den Einsatz auf die Autobahn

Fernlichtassistent

Fernlichtassistenten registrieren vorausfahrende oder entgegenkommende Fahrzeuge und steuern automatisch das Auf- und Abblenden des Fernlichts, sodass die anderen Fahrer nicht geblendet werden. Adaptive Fernlichtassistenten können die Leuchtweite des Fernlichts sogar variieren, je nachdem, wie groß der Abstand zum anderen Fahrzeug ist.

Der Fernlichtassistent gehört ebenfalls nicht zur Standardausstattung, kann aber für viele Modelle mitbestellt werden.

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