Felgen richtig reinigen

Der eine versteckt sie hinter Radkappen, manch einer fährt auf purem Stahl und für den Dritten kommt nichts Anderes als eine mehrteilige, geschmiedete Variante infrage. Wir beschäftigen uns mit Felgen, genauer: mit der Reinigung der Felgen.

Welche Felgenarten gibt es?

Umgangssprachlich wird der Begriff Felge heutzutage für das komplette Rad ohne den Reifen verwendet. Eigentlich handelt es sich dabei aber nur um den äußeren Teil des Rades, auf dem der Reifen aufliegt. Die Bezeichnung Rad hingegen bezieht sich auf die gesamte Einheit aus Felge, Speichen und der Radanschlussfläche mit dem Lochkranz und dem Lochkreis.

Die meisten Fahrzeuge werden heutzutage immer noch auf klassischen Stahlfelgen ausgeliefert und für die neuen Besitzer stellt sich die Frage, auf was sie umrüsten können; neben der Optik gibt es auch technische Aspekte wie beispielsweise das Gewicht oder die Fahrdynamik, die eine Rolle bei der Wahl der Felgen spielen. Neben der Stahlfelge gibt es eine hinsichtlich Design oder Lackierung eine nahezu unbegrenzte Vielfalt an Aluminiumrädern (Leichtmetallfelgen) und hochwertigen Schmiedefelgen (Schmiederäder). Es gibt auch Felgen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, allerdings kommen diese sehr leichten Carbon-Felgen bislang eher im Rennsport, bei hochpreisigen Sportwagen und Motorrädern zum Einsatz.

Warum sind die vorderen Felgen immer schmutziger als die hinteren?

Nasses Autorad mit schmutzigen Felgen

Im Alltag und Fahrbetrieb kommen unsere Felgen mit vielem in Berührung, vor allem mit Staub, Straßenschmutz, Regenwasser und Bremsstaub. Bauartbedingt sammeln sich diese Verunreinigungen an den Felgen und beeinträchtigen das Erscheinungsbild ihrer Oberfläche.

Folgende Situation kennt Ihr sicherlich: Man spritzt an der Waschanlage die Felgen ab und dennoch haben die Schmuckstücke hinterher immer noch diese unansehnlichen schwarzen Stellen, vor allem an den Vorderrädern. Der Grund: Auf der Vorderachse lagert sich durch die höhere Bremsleistung mehr Bremsstaub auf den Felgen ab als hinten, weil sich der Bremsstaub durch die hohe Hitze beim Bremsen in der Felgenoberfläche festsetzt und manchmal sogar einbrennt.

Die Reinigung der Felgen

Welche Hilfsmittel benötigt man?

Am einfachsten reinigt man die Felgen beim Besuch der SB-Waschanlage, wo man neben frischem Wasser auch einen Hochdruckreiniger benutzen kann. Auch der Wechsel von Sommer- auf Winterräder (oder umgekehrt) bietet sich hervorragend an, um jede Felge einzeln von innen wie außen vom angesammelten Schmutz zu befreien.

Zusätzlich empfehlen wir Euch einen Eimer und je nach Felgendesign und Speichenanzahl noch verschiedene Bürsten, Schwämme, Pinsel sowie Felgenversiegelung und eine Reinigungsknete. Zum Trocknen bietet sich ein klassisches Mikrofasertuch an. Achtet bei den verwendeten Hilfsmitteln unbedingt auf das Material: Einerseits möchtet Ihr in jeden der Zwischenräume gelangen und dabei andererseits keinesfalls den Lack der Felgen oder ihre Oberfläche beschädigen. An der Bürste darf auch gerne ein längerer Griff sein, damit Ihr nicht nur an der Felgenaußenseite die Schmutzanhaftungen entfernen könnt, sondern auch das innere Felgenbett gut erreicht. Ein guter Pinsel wird Euch die Arbeit am Lochkranz beziehungsweise den Aussparungen der Radmuttern erleichtern. Des Weiteren benötigt man einen guten Felgenreiniger, um hartnäckigen Schmutz zu lösen. Es gibt gute flüssige oder gelartige Produkte am Markt, die Euch sogar per Indikatorfarbe die richtige Einwirkzeit anzeigen.

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Vorbereitung zur Reinigung

Zum Schutz der Haut vor säurehaltigen Reinigern empfehlen wir, Reinigungshandschuhe zu verwenden. Außerdem sollten die Reinigungsmittel nur so lang einwirken wie vom Hersteller vorgeschrieben, damit die Felgen keine Laufspuren oder Beschädigungen zurückbehalten.

Tipps für die Reinigung

Auch wenn man bei der Felgenreinigung nur wenig verkehrt machen kann, haben wir ein paar Tipps für Euch:

  1. Felgen nur bei abgekühlten Bremsen reinigen (wenn kaltes Wasser auf die heißen Bremsscheiben trifft, könnten sich die Bremsscheiben verziehen).
  2. Gummihandschuhe verwenden!
  3. Keine Gewalt oder Hebelwirkungen beim Verkanten der Hilfsmittel anwenden.
  4. Vorher die Räder mit Hochdruckreiniger von grobem Schmutz befreien und gegebenenfalls mit Bürste und Pinsel vorreinigen.
  5. Die Felge gleichmäßig einsprühen.
  6. Einwirkzeit des Reinigers nach Herstellerangaben abwarten (in der Regel 2 – 4 Minuten).
  7. Mit Hochdruckreiniger absprühen.
  8. Mit einem Mikrofasertuch die Felgen trocknen.
  9. Bei Bedarf per Reinigungsknete nacharbeiten und eine Felgenversiegelung auftragen.

Sollte nach der ersten Reinigung noch Schmutz vorhanden sein, wiederholt Ihr den Vorgang einfach. Tipp: Hartnäckige Klebereste von bereits entfernten oder abgefallenen Klebegewichten entfernt Ihr am schonendsten, wenn Ihr das Rad mit dem Kleber an der tiefsten Stelle positioniert und etwas Kriechöl wie WD40 auftragt. Bereits nach wenigen Minuten Einwirkzeit lässt sich der Kleberest problemlos von Hand entfernen.

Welcher Reiniger darf an meine Felgen?

Im Handel findet Ihr eine Vielzahl von Felgenreinigern. Achtet beim Kauf darauf, dass Ihr das richtige Mittel für die jeweilige Felge verwendet. Zum Beispiel vertragen Alufelgen stark säurehaltige Reiniger schlecht. Grundsätzlich kann man sagen, dass auch jeder Allzweckreiniger gute Dienste leistet, wenn es darum geht, den fetthaltigen, eingebrannten Staub zu entfernen. Aber Vorsicht bei Aceton: Es entfernt zwar Teerflecken, löst aber auch leider Euren Lack. Wichtig: Säurehaltiger Felgenreiniger ist nichts für Leichtmetallfelgen (also Alu oder Chrom).

Haushaltsmittel kontra Bremsstaub

Neben professionellen Reinigungsmitteln eignet sich auch das eine oder andere Hausmittel zur Reinigung der Felgen, beispielsweise Backofenreiniger, weil er meist säurefrei, aber dennoch stark gegen Schmutz wie Bremsstaub ist. Allerdings benötigt er eine recht lange Einwirkzeit von 15 bis 30 Minuten.

Wenn Ihr weiter in der Küche sucht, stoßt Ihr vielleicht auf Backpulver: Einfach ein paar Tütchen in einer Schale mit Wasser auflösen und aufschäumen lassen. Dann einen weichen Schwamm eintunken, auf den Bremsstaub tupfen und ungefähr fünf Minuten einwirken lassen. Beim Trocknen hinterlässt Eure Mischung einen weißen Film auf den Felgen. Diesen poliert Ihr einfach mit einem sauberen Tuch in kreisförmigen Bewegungen weg und fertig.

Wenn Eure Felgen nur leicht verschmutzt sind, könnt Ihr sie auch mit feuchten Tüchern (Babyfeuchttücher, feuchte Toilettentücher, Erfrischungstücher) reinigen. Eine Reinigung der Oberfläche damit ist denkbar einfach und zusätzlich bleiben die Hände sauber. Lediglich bei Teerflecken oder gröberen Anhaftungen hat das feine Tuch keine Chance.

Ein weiteres Haushaltsmittel bei rostigen Felgen sind Cola und Alufolie: Einfach die Alufolie zu einem Ball zusammenknüllen, die Cola auf die rostige Stelle auftragen und mit dem Aluminiumball die betroffene Stelle abschleifen. So lässt sich der oberflächliche Flugrost abtragen und die in der Cola enthaltene Phosphorsäure „entrostet“ das Metall regelrecht. Das funktioniert folgendermaßen: Die Säure geht mit dem Rost eine chemische Verbindung ein, bei der im Anschluss an die Behandlung eine stabile Schutzschicht aus Eisenphosphat entsteht. Das heißt im Klartext: Die Oberfläche glänzt vielleicht nicht mehr so schön wie vorher, ist aber vor einer erneuten Rostbildung geschützt.

Kann ich meine Felgen polieren?

Natürlich könnt Ihr auch noch einen Schritt weitergehen, um Eure lackierten Felgen aufzubereiten, indem Ihr sie mit hochkörnigem Nassschleifpapier per Hand oder einer Maschine inklusive einer feinen Schleifpaste aufpoliert. Hierfür gibt es verschiedene Arten von Maschinen: Exzenter, Mini-Poliermaschinen, Nano-Polisher oder eine Bohrmaschine – alles jeweils kabelgebunden oder mit Akku betrieben. Polierkegel und Mini-Polier-Pads gibt es in unterschiedlichen Höhen und Breiten, sodass alle Ecken, Aussparungen und Radschraubenlöcher erreicht werden können.

Kann man die Felgen vor Verschmutzung schützen?

Schutz durch Felgenversiegelung

Mit einer guten Felgenversiegelung schützt Ihr Eure Felgen vor Schmutz, Staub und Bremsabrieb. Wo Ihr sonst etwas gröbere Anhaftungen der Felge mit einem Reinigungsmittel beseitigen musstet, kann jetzt schon etwas Shampoo-Wasser aus dem Hochdruckreiniger ausreichend sein. Nicht jedes Autopflegeprodukt kann als Versiegelung auf der Felge angewendet werden, denn um versiegelnd zu wirken, muss es unbedingt hitzebeständig sein; ansonsten bleibt man gegen den heißen Bremsstaub chancenlos. Deshalb gibt es speziell entwickelte Felgenversiegelungen. Diese basieren meist auf Teflon oder Silizium und sind somit resistent gegen Hitze und halten teilweise sogar über viele Autowäschen hinaus.

Regelmäßiges Reinigen ist das A und O

Grundsätzlich raten wir dazu, Felgen regelmäßig und gründlich zu reinigen, damit sich Verschmutzungen erst gar nicht richtig festsetzen können. Insbesondere nach der Herbst-/Winter-Saison solltet Ihr Eure Felgen vom Schmutz befreien. Für eine schnelle Dusche gegen kleines Geld bietet sich immer der Hochdruckreiniger einer Tankstelle oder in einem Waschpark an, wo Ihr schon für einen Euro Rückstände wie Bremsstaub, Salz, Schlamm und anderen Verunreinigungen der Straße in kurzer Zeit beseitigen könnt.

Falls Ihr Eure Felgen neu lackieren wollt, muss die vorherige Reinigung besonders gründlich sein.

Fehlervermeidung beim Felgenreinigen

Vermeidet unbedingt aggressive Reiniger wie Feuerzeugbenzin oder besonders säurehaltige Mittel. Die dort enthaltenen Chemikalien können die Oberfläche der Alufelgen angreifen und zu unschönen und dauerhaften Beschädigungen führen. Passt beim Putzen außerdem darauf auf, stets angemessen weiche Bürsten oder Tücher zu benutzen und dabei nicht zu kraftvoll vorzugehen: Bei zu großem Druck kann die Felge in Mitleidenschaft gezogen und die Felgenoberfläche zerkratzt werden. Die maximale Einwirkzeit (je nach Reiniger unterschiedlich) sollte nicht überschritten werden, weil das Material ansonsten angegriffen werden und seinen Glanz verlieren könnte.

FAQ

Was verschmutzt unsere Felgen?

Die Felgen werden durch Staub, Straßenschmutz, Regenwasser und Bremsstaub verschmutzt.

Warum sind die vorderen Felgen immer schmutziger als die hinteren?

Auf der Vorderachse lagert sich durch die höhere Bremsleistung mehr Bremsstaub auf den Felgen ab, weil sich dieser durch die hohe Hitze (die beim Bremsen entsteht) auf der Felgenoberfläche festsetzt.

Welche Hilfsmittel benötigt man zum Reinigen der Felgen?

Hochdruckreiniger, Eimer, verschiedene Bürsten, Schwämme oder Pinsel, Mikrofaser-Tücher, Reinigungsknete und natürlich Felgenreiniger sind wertvolle Hilfsmittel zur Reinigung.

Was ist eine Felgenversiegelung?

Felgenversiegelung schützt Eure Felgen länger anhaltend vor Schmutz, Staub sowie Bremsabrieb und eine darauffolgende Reinigung fällt deutlich leichter.


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