Injektor (Einspritzdüse) reinigen

Injektoren oder auch Einspritzdüsen sorgen für das richtige Verhältnis zwischen Luft und Kraftstoff. Sind sie verstopft, undicht oder defekt, sollte man nicht lang warten, sondern sie reinigen oder, wenn das nicht hilft, wechseln.

Kurz gesagt

  • Injektoren sorgen dafür, dass das Gemisch aus Kraftstoff und Luft optimal ist.
  • Sind sie defekt, läuft der Motor unrund, es gibt Probleme mit der Zündung oder ein Klopfgeräusch beim Fahren.
  • Oft hilft bereits eine Reinigung mit einem Kraftstoffadditiv. Reicht das nicht aus, muss der Injektor professionell gereinigt oder ausgetauscht werden.
  • Der Austausch sollte vom Profi durchgeführt werden (Verbrennungsgefahr!).

Was ist ein Injektor?

Eingebauter Injektor, hier von einem BMW 1er.

Grundsätzlich können Verbrennungsmotoren durch zwei verschiedene Kraftstoffsysteme betrieben werden. Während früher überwiegend ein Vergaser eingebaut wurde, verfügen die heutigen neuesten Autos meistens über einen oder mehrere Injektoren, auch Einspritzdüsen genannt. Injektoren haben die Aufgabe den Kraftstoff fein zerstäubt direkt in den Zylinder zu spritzen, um eine effiziente und schadstoffarme Verbrennung zu gewährleisten.

Injektoren bestehen allgemein aus einem Düsenkörper und einer Düsennadel, die beide aus Stahl gefertigt sind. In einem einfachen Einspritzsystem drücken ein bis zwei Druckfedern des Düsenkörpers die Düsennadel in die passende Position. Nun wirkt auch der Kraftstoff mit einem bestimmten Druck auf das System ein und es entsteht eine senkrechte Hubkraft. Wenn diese Kraft größer ist als die der Druckfedern, dann wird die Düsennadel entsprechend nach oben gedrückt. Durch diese Bewegung kann der Kraftstoff in den Motor eingespritzt werden. Nachdem der Druck abfällt, schließt auch die Düse wieder. Der Düsenöffnungsdruck variiert von Hersteller zu Hersteller und liegt in der Regel bei 115 bis 300 bar. Der maximale Einspritzdruck kann, abhängig von System und Drehzahl, sogar bis zu 2.700 bar betragen.

Normalerweise müssen Injektoren im Auto nicht gewechselt werden, es sei denn, sie werden undicht oder weisen einen anderen Defekt auf. Bei Anzeichen eines Defektes sollte zunächst eine umfassende Reinigung der Injektoren vorgenommen werden, da dies in einigen Fällen schon genügt, um die Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen. Während eine (nicht-professionelle) Reinigung relativ einfach selber durchgeführt werden kann, sollte der Tausch der Einspritzdüsen von einer Person vom Fach durchgeführt werden.

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Defekt an der Einspritzdüse erkennen

Funktionieren die Einspritzdüsen nicht mehr richtig, können verschiedene Symptome auftreten. Jedes einzelne davon kann jedoch auch auf einen Defekt an anderen Bauteilen hinweisen:

  • Das Auto springt schlecht und teilweise gar nicht an.
  • Der Motor läuft beim Fahren und im Leerlauf unrund. Dies führt zu einem erhöhten Verbrauch an Kraftstoffen sowie verschlechterten Abgaswerten.
  • Die Motorkontrollleuchte leuchtet.
  • Das Fahrzeug zieht beim Anfahren und Beschleunigen nicht richtig.
  • Es ist ein metallisch klopfendes Geräusch beim Fahren zu hören.
  • Aus dem Auspuff kommt schwarzer Qualm.

Weiterfahren sollte man damit jedenfalls nicht mehr lange, außer zur nächsten Autowerkstatt.

Lassen sich die Einspritzdüsen selbst reinigen (ohne Werkstatt)?

Bei verdächtigen Symptomen sollte zunächst eine einfache Reinigung erfolgen, für die kein Fachmann notwendig ist. In vielen Fällen reicht sie bereits aus, um die Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen. Dazu muss eine spezielle Flüssigkeit in den Tank des Fahrzeuges geschüttet werden, beim Benzinmotor sollte es ein Injektorreiniger sein (z. B. dieser Injection-Reiniger von Liqui Moly) und beim Dieselfahrzeug eine Dieselspülung (z. B. diese Dieselspülung von Liqui Moly). Die Menge muss auf die maximale Kraftstoffmenge im Fahrzeugtank abgestimmt werden. Die Lösungen kosten etwa 8 bis 10 €.

Um einen Effekt zu bemerken, muss danach natürlich noch mit dem Auto gefahren werden, damit der Reiniger durch das System transportiert wird. Spätestens wenn der Tank leergefahren ist und man neu tankt, sollte man eine Besserung bemerken. Falls die Symptome jedoch weiterhin auftreten, muss das Auto in die Werkstatt. Dort kann der Injektor vom Fachmann geprüft, professionell in einem Ultraschallbad gereinigt oder bei Bedarf gewechselt werden.

Reinigung und Wechsel in der Werkstatt

Wichtig 

Da der Kraftstoff mit hohem Druck aus der Leitung kommt, besteht die Gefahr, dass man sich verbrennt oder vergiftet (der Strahl ist so stark, dass er bis zur Blutbahn kommen kann). Daher sollten nur Fachleute den Injektor wechseln.

Professionelle Injektor-Prüfung

In der Werkstatt wird zunächst die Rücklaufleitung im Auto demontiert, durch einen Schlauch ersetzt und mit den einzelnen Einspritzdüsen verbunden. Dann wird der Motor im kalten und warmen Zustand drei bis fünf Minuten laufen gelassen und danach die Rücklaufmenge der Flüssigkeit mit dem Sollwert verglichen. Falls diese Menge unter dem Sollwert liegt, deutet dies auf eine defekte Einspritzdüse hin.

Reinigung der Injektoren im Ultraschallbad 

Nachdem festgestellt wurde, welche Injektoren nicht mehr richtig funktionieren, können diese professionell gereinigt werden. Dazu werden sie ausgebaut und in einem speziellen Ultraschallbad gereinigt. Die Kosten belaufen sich auf 30 bis 60 € pro Injektor. Dazu kommen noch die Arbeitskosten der Werkstatt. Die Reinigung selbst nimmt nur wenig Zeit in Anspruch, aber beim Aus- und Einbau sollte man mit drei bis sechs Stunden rechnen (abhängig vom Automodell).

Wechsel der Injektoren

Sind die Injektoren undicht oder auf andere Art unrettbar defekt, müssen sie ausgetauscht werden. Die Kosten für einen neuen Injektor hängen vom Hersteller ab und liegen zwischen 50 und 300 €. Aufgrund einer sehr hohen Qualität und Langlebigkeit sind die Einspritzdüsen des Herstellers Bosch besonders empfehlenswert. Ebenso abhängig vom Automodell ist die Dauer der Reparatur, die in der Regel ca. drei bis sechs Stunden beträgt.

In der Werkstatt werden Motorabdeckung und Kraftstoffleitungen abgebaut, um an die Injektoren zu gelangen. Dann werden die alten Injektoren aus- und die neuen eingebaut. Falls sie sich nicht einfach aus der Fassung entfernen lassen, kann etwas Kriechöl helfen. Wichtig ist bei diesem Schritt, dass die defekten Einspritzdüsen nicht beschädigt werden. Fallen nämlich Teile der Injektoren in den Zylinder des Motors, können sie dort weitere Schäden verursachen. In diesem Fall müsste der gesamte Zylinderkopf entfernt werden, was sehr teuer werden kann.

FAQ

Welche Aufgabe hat ein Injektor?

Ein Injektor soll den Kraftstoff fein zerstäubt direkt in den Zylinder spritzen und so für eine effiziente und schadstoffarme Verbrennung sorgen.

Mehr zum Thema »

Kann man Injektoren reinigen?

Ja, Injektorreiniger (Benzin) bzw. Dieselspülungen erhält man schon für 8 bis 10 €. Das Mittel wird in den Tank geschüttet und beim Fahren durch das System geleitet. Ist die Verunreinigung zu stark, muss der Injektor allerdings professionell gereinigt werden.

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Mehr Infos zur Reinigung »

Wie erkennt man einen defekten Injektor?

Es gibt Schwierigkeiten beim Starten, der Motor läuft nicht rund oder macht Klopfgeräusche, das Fahrzeug zieht nicht oder geht unerwartet aus, es kommt schwarzer Rauch aus dem Auspuff.

Mehr Informationen:
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Wie lange hält ein Injektor?

Injektoren können ein Autoleben lang halten, aber rechnen kann man mit einer Laufleistung von ca. 200.000 km.

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