Kühlerfrostschutz: Welchen brauche ich, worauf muss ich achten?

Wir erklären, wie man herausfindet, welches Kühlerfrostschutzmittel für welches Auto geeignet ist, welche Unterschiede es beim Kühlerfrostschutz gibt, wie man ihn nachfüllt und warum ein regelmäßiger Wechsel so wichtig ist.

In Kürze

Kühlerfrostschutz in Kürze: Bei allen Fahrzeugen, vor allem den älteren Modellen, sollte man die Überprüfung und den Wechsel des Kühlerfrostschutzes auf keinen Fall schleifen lassen, da sonst erhebliche Motorschäden drohen. Bei der Auswahl des richtigen Kühlmittels sollte man sich dabei auf die Angaben des Herstellers verlassen, verschiedene Produkte auf keinen Fall vermischen und sicherstellen, dass zu jeder Zeit ausreichend Flüssigkeit im Kühlsystems des Fahrzeuges vorhanden ist, was sich ganz leicht mit einem kurzen Blick überprüfen lässt.

Den richtigen Kühlerfrostschutz finden und mischen

Was ist beim Kühlerfrostschutz zu beachten?

Die Kühlflüssigkeit reguliert die Betriebstemperatur von Fahrzeugen und schützt so den Motor vor Schäden. Daher ist sie wichtig für die Sicherheit und die Funktionstüchtigkeit des Fahrzeugs. Außerdem verhindert sie Korrosion und Verschleiß und durch das enthaltene Frostschutzmittel auch ein Einfrieren bei niedrigen Temperaturen. Um dieses enthaltene Frostschutzmittel geht es.

Frostschutzmittel werden allgemein in drei Technologien unterteilt:

  • die etwas ältere “IAT”-Technologie, wobei IAT für das englische “inorganic additive technology” steht,
  • die global weit verbreitete “OAT”-Technologie, bei der die Abkürzung für “organic additive technology” steht,
  • sowie die “HOAT”-Technologie, die “hybrid organic additive technology”, die eine Mischung aus den beiden ersten Varianten darstellt.

Die genauen Bezeichnungen (z. B. G11 für ältere VW-Fahrzeugmodelle, G12, G12+, G12+++, G13 bis hin zu den BASF-Standards G48, G30, G40, G05, G33 und G34) geben Auskunft über die Inhaltsstoffe. Wichtig zu wissen: Die Fahrzeughersteller benutzen andere Bezeichnungen für das von ihnen empfohlene Mittel als die Chemiekonzerne, die es herstellen. Daher kann sich hinter unterschiedlichen Bezeichnungen das gleiche Produkt verstecken, beispielsweise hinter G11 (VW-Standard) und G48 (BASF-Standard).

Hier eine Übersicht wichtiger Bezeichnungen für den größten Autohersteller in Deutschland, den VW-Konzern.

OEM-GruppeOEM-Spezifikation
VW (VAG) Audi TL-774 DG 12
VW (VAG) Audi TL-774 FG 12+
VW (VAG) Seat TL-774 DG 12
VW (VAG) Seat TL-774 FG 12+
VW (VAG) Skoda TL-774 DG 12
VW (VAG) Skoda TL-774 FG 12+
VW (VAG) Volkswagen TL-774 DG 12
VW (VAG) Volkswagen TL-774 FG 12+
VW (VAG) Volkswagen TL VW 774JG 13
VW (VAG) Volkswagen TL VW 774CG 11

Welcher Kühlerfrostschutz sich für das eigene Fahrzeug eignet, ist meistens auf dem Kühlbehälter selbst ablesbar. Sollte dort keine Information zu finden sein, kann man die richtige Technologie und Produktspezifikation aus dem Handbuch des Fahrzeuges entnehmen.

Wichtig: Besonders bei modernen Fahrzeugen mit Motoren aus Aluminium in Leichtbauweise oder bei Oldtimern darf man nicht willkürlich zwischen silikathaltigen Kühlerfrostschutzmitteln und Produkten ohne Silikat wechseln, sondern sollte immer bei gleichartigen Produkten bleiben.

Frostschutz kaufen
  • Bis zu 80 % Ersparnis
  • Kfz-Fachsupport via Telefon und WhatsApp
  • Preise vergleichen und direkt bestellen
Hier neuen Frostschutz finden

Kühlerfrostschutz mit Wasser vermischen und nachfüllen

Bevor der Kühlerfrostschutz ins Fahrzeug nachgefüllt werden kann, muss er mit Wasser vermischt werden, sodass daraus die Kühlflüssigkeit entsteht. Im Normalfall liegt der Anteil des Frostschutzmittels zwischen 30 % und 60 %, beispielsweise bei 50:50. Das genaue Mischverhältnis ist auf der Packung angegeben und sollte eingehalten werden. Mischungsverhältnisse mit zu viel oder zu wenig Anteil an Kühlerfrostschutz können schnell zu groben Beschädigungen des Kühlsystems führen.

Für die Mischung sollte unbedingt destilliertes Wasser oder vollständig entsalztes Wasser verwendet werden. Destilliertes Wasser ist in Drogeriemärkten, an Tankstellen oder übers Internet erhältlich und enthält im Gegensatz zu herkömmlichem Leitungswasser keinen Kalk und keine Mineralien und ist daher besonders rein.

Es gibt neben den Konzentraten, die mit Wasser vermischt werden müssen, auch eine Reihe an Fertigmischungen im Angebot, die direkt zum Einsatz kommen können. Diese Produkte stellen also die einfachste Lösung dar. Die genaue Anleitung zur Benutzung befindet sich auf der Produktverpackung. Wichtig ist zudem, dass die Flüssigkeiten nicht durch äußere Einflüsse verschmutzt werden dürfen und saubere Behältnisse für das Mischen und Auffüllen verwendet werden. Um den Kühlmittelbehälter eines Autos nachzufüllen, werden im Durchschnitt 5 bis 10 Liter Kühlflüssigkeit benötigt.

Kühlerfrostschutz wechseln und entsorgen

Wann wechselt man den Kühlerfrostschutz?

Allgemein gesprochen muss der Kühlerfrostschutz bei älteren Fahrzeugmodellen aller Art öfter überprüft und gewechselt werden als bei neueren Modellen. Nach langem Betrieb können sich jedoch in jedem Fall kleine Bläschen im Kühlsystem bilden, die langfristig auch zu Schäden führen können. Da man diese Bläschenbildung vermeiden möchte, wird empfohlen, nach ungefähr 50.000 Fahrtkilometern (oder mehr) die Kühlflüssigkeit auch unabhängig von einer “lebenslangen Garantie des Kühlerfrostschutzes” zu überprüfen (Füllstandskontrolle) und auszuwechseln, um eventuellen Problemen vorzubeugen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte die Kühlflüssigkeit (und damit auch das enthaltene Frostschutzmittel) bei älteren Fahrzeugen alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden.

Wie wechselt man den Kühlerfrostschutz aus?

Wichtig ist, die Überprüfung und das Auswechseln der Kühlflüssigkeit nur bei kaltem Motor vorzunehmen, da andernfalls akute Verletzungsgefahr besteht. Der Behälter für die Kühlflüssigkeit ist meistens weiß und in Motornähe und hat zwei Markierungen mit der Beschriftung „minimal“ und „maximal“.

  • Deckel vorsichtig abschrauben (Achtung: Er könnte unter bis zu 1,5 bar Überdruck stehen!)
  • Ablaufschraube entfernen und Entlüftungsschraube öffnen
  • Die alte Kühlflüssigkeit ablassen und auffangen
  • Das Kühlsystem vor dem erneuten Befüllen mehrmals mit destilliertem Wasser spülen
  • Die neue Kühlflüssigkeit sorgfältig bis zur Maximal-Markierung auffüllen und Deckel schließen.

Wenn der Motor läuft und der Pegel im Behälter nicht unter den Minimalstand sinkt, wurde die Flüssigkeit korrekt nachgefüllt und das Fahrzeug ist wieder startklar.

Wie entsorgt man das alte Frostschutzmittel?

Altes Kühlmittel ist mit der Zeit weniger effektiv und sollte daher entsorgt werden – jedoch nicht im Abfluss. Die enthaltenen Chemikalien, Schwermetallpartikel und eventuelle Motoröl-Rückstände sollten nicht ins Grundwasser gelangen, daher kann eine nicht rechtmäßige Entsorgung auch mit Bußgeld geahndet werden. Je nach Wohnort gibt es verschiedene Angebote, die dem Verbraucher die Fahrt zum örtlichen Wertstoff-/Recyclinghof ersparen. Teilweise gibt es das Angebot mobiler Schadstoffstoffsammlungen, deren Termine und Standorte im Internet angegeben werden. Auch Autowerkstätten nehmen, evtl. gegen Gebühr, altes Kühl- und Frostschutzmittel an.

FAQ

Wann sollte man den Kühlerfrostschutz wechseln?

Wie oft der Frostschutz gewechselt werden sollte, hängt vom Frostschutz selbst ab, denn bestimmte Arten benötigen ein regelmäßiges Auswechseln, wohingegen andere Arten, wie beispielsweise G12, sehr konsistent sind. Im Regelfall empfehlen die Fahrzeughersteller, das Kühlsystem zweimal im Jahr zu überprüfen (Füllstandskontrolle) und den Kühlerfrostschutz ansonsten frühestens alle 50.000 km auszutauschen.

Was bedeuten die Farben?

Die Farben sagen nicht zwingend etwas über die Qualität des Frostschutzmittels oder seine Inhaltsstoffe aus, sondern weisen auf unterschiedliche Standards und Technologien hin. So enthalten G48 und G11 beispielsweise ein Silikat und die Flüssigkeit erscheint blau bis grün. Der Kühlerfrostschutz G12 leuchtet dagegen rosa oder rot, wobei G12+, G12++, G30 und G40 einen violetten Stich besitzen. G13 zu guter Letzt ist eine deutlich violette Flüssigkeit.

Darf man Kühlerfrostschutz mischen?

Verschiedene Arten von Kühlerfrostschutz, selbst Kühlerfrostschutzmittel gleicher Farbe, sollten von Laien auf keinen Fall miteinander vermischt werden. Der Grund hierfür ist, dass bei bestimmten Mischungen aggressive Säuren entstehen können. Kühlerfrostschutzmittel enthalten zudem auch Zusatzstoffe, die Korrosion verhindern sollen. Werden unterschiedliche Kühlerfrostschutzmittel miteinander vermischt, kann es hier in der Wirkung zu Beeinträchtigungen kommen, sodass der Schutz des Kühlsystems nicht mehr garantiert ist. Am besten also nur ein einziges Produkt benutzen, dieses mit destilliertem Wasser vermischen und ggf. einen Experten konsultieren, der versichern kann, dass Mischungen ungefährlich sind, wie es zum Beispiel bei dem violetten Kühlerfrostschutz G13 mit anderen Produkten der Fall ist.


Automechaniker schraubt an einem Autoteil

Du bist nicht sicher, welcher Artikel zu Deinem Auto passt? Wir helfen Dir gern!

Tel.: +49 30 513 023 717 (Mo – Fr 8 – 16 Uhr)

Oder per E‑Mail: kundenservice@daparto.de


Haftungsausschluss:

DAPARTO haftet nicht für Verluste, Verletzungen, Schäden am Eigentum, die während des Reparatur- oder Ersatzprozesses durch eine fehlerhafte Anwendung oder eine Fehlinterpretation der bereitgestellten Informationen auftreten.

Die Informationen dienen nur zur Information und können einen Spezialisten nicht ersetzen. DAPARTO haftet nicht für die falsche oder gefährliche Verwendung von Geräten, Werkzeugen und Ersatzteilen. DAPARTO empfiehlt bei allen Reparaturen stets vorsichtig zu arbeiten und alle Sicherheitsregeln zu beachten.