Rußpartikelfilter defekt: wechseln oder reinigen?

Welche Funktionen übernimmt der Rußpartikelfilter, warum kann er verschleißen oder sogar verstopfen? Wann muss man den Filter wechseln und lohnt sich eine Reinigung? Was kann passieren, wenn der Defekt nicht behoben wird?

Was macht ein Rußpartikelfilter?

Wenn vom Rußpartikelfilter die Rede ist, werden auch oft alternative Begriffe wie Dieselpartikelfilter, die Abkürzung DPF oder Partikelfilter verwendet. Gemeint ist immer das Gleiche. Die Funktionsweise bei Partikelfiltern ist je nach Bauart schnell erklärt: Der Durchflussfilter aktiviert zum Säubern der Luft im Inneren eine chemische Reaktion. Die heißen, rußigen Abgase strömen durch den Filter und die Rußpartikel werden chemisch an die Materialoberflächen gebunden. Das andere Funktionsprinzip ist der Wandstromfilter: Er funktioniert eher wie ein Sieb und die Partikel werden über den porösen Filtereinsatz zurückgehalten und die reine Luft kann hindurchströmen. Um sicherzustellen, dass Partikel auf eine Filterwand treffen, strömen die Abgase immer durch wechselseitig verschlossene Kanäle.

Hat sich das Filtermaterial mit der Zeit zugesetzt, erkennt das Fahrzeug dies über den Abgasdrucksensor und das Motorsteuergerät gibt das Signal zum sogenannten Freibrennen des Rußpartikelfilters. Die Filtertemperatur wird dabei auf über 600 °C erhöht und die haftenden Partikel werden dabei von Ruß zu Asche verbrannt, die im Filter verbleibt. Dieser Vorgang wird bei Dieselpartikelfiltern auch als Regeneration bezeichnet. Man unterscheidet zwischen der passiven und der aktiven Reinigung: Die passive Regeneration passiert automatisch beim Fahren. Da dazu hohe Geschwindigkeiten nötig sind, geschieht sie hauptsächlich auf der Autobahn. Die aktive Regeneration wird extra angestoßen, entweder durch die Werkstatt oder durch Motorsteuergerät selbst.

Kosten für Reinigung und Wechsel

Ist der Partikelfilter so verstopft, dass die “normale” Regeneration nicht mehr hilft, reicht es oft aus, die Regeneration durch einen speziellen Anbieter durchführen zu lassen. Abhängig vom Fahrzeug kommen zwischen 400 und 600 € an Kosten auf Dich zu. Das ist aber immer noch günstiger, als wenn der Partikelfilter ausgetauscht werden muss.

Ein neuer Rußpartikelfilter, insbesondere wenn es ein Originalersatzteil des Herstellers sein soll, kann mit Aus- und Einbau gut und gerne zwischen 2.000 und 3.000 € kosten, sodass sich ein Vergleich verschiedener Anbieter allemal lohnt. Bei DAPARTO kostet ein normaler Rußpartikelfilter zwischen 400 und 1.200 €, abhängig vom Fahrzeugmodell. Lässt man ihn in der Werkstatt wechseln, kommen je nach Fahrzeugmodell nochmal zwischen 400 und 800 € für Aus- und Einbau dazu.

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Rußpartikelfilter reinigen

Bei der Reinigung unterscheidet man drei Arten: die Reinigung mit Reinigungsmittel, die Reinigung mit Druckluft und Reinigungsmittel und drittens die mechanische Reinigung.

Reinigung mit Reinigungsmittel

Die Reinigung mit einem Reinigungsmittel können geübte Schrauber selbst übernehmen. Wer nicht darin geübt ist, läuft jedoch Gefahr, etwas zu beschädigen. Außerdem wird ein Diagnosegerät benötigt.

Ausrüstung 

Anleitung:

  1. Auto auf eine Hebebühne oder Grube fahren.

  2. Abgasanlage erkalten lassen.

  3. Falls nötig, DPF freilegen.

  4. Reinigungsmittel einfüllen.

  5. Im Motorsteuergerät die Werte des Partikelfilters zurücksetzen.

  6. Im Anschluss das Auto 10 Min. im Stehen laufen lassen, danach eine halbe Stunde lang bei ca. 130 km/h auf der Autobahn fahren.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie relativ günstig ist und man sie mit etwas Übung selbst übernehmen kann. Der Nachteil ist, dass die Reinigung blind erfolgt und man nicht sicher sein kann, dass das Reinigungsmittel alle betroffenen Stellen erreicht. Außerdem wird die Asche nicht aus dem Filter entfernt, sodass er irgendwann wieder verstopft. Spätestens dann muss das Auto doch zur Werkstatt gebracht werden.

Reinigung mit Druckluft und Reinigungsmittel

Bei dieser Reinigungsart werden Asche und lose Rußpartikel mittels Druckluft aus dem Filter entfernt. Die festsitzenden Partikel werden mithilfe eines Reinigungsmittels gelöst. Diese Art der Reinigung erfolgt in der Fachwerkstatt.

Mechanische Reinigung

Bei der mechanischen Reinigung wird der Rußpartikelfilter für einige Stunden im Ofen auf bis zu 600 °C erhitzt, um auch die letzten Reste an Ruß zu verbrennen. Da die wenigsten einen Ofen zu Hause haben, der diese Temperaturen erreicht, und beim DPF-Backen außerdem giftige Gase entstehen, wird diese Art der Reinigung in einer Fachwerkstatt erledigt. 

Defekt erkennen, Altteil entsorgen

Warum verstopft ein Rußpartikelfilter?

Die abgelagerten Rußpartikel werden durch eine vom Fahrzeug eingeleitete Regeneration abgebrannt. Am Ende dieses Vorgangs entsteht unbrennbare Asche, die im Partikelfilter verbleibt und mit der Zeit die wechselseitig verschlossenen Kanäle zusetzt. Eine Regeneration kann nur bei optimaler Betriebstemperatur durchgeführt werden. Daher führen häufige Kurzstreckenfahrten zur Verstopfung des Partikelfilters. Es sollte also darauf geachtet werden, dass auf längeren Strecken der Regenerationsprozess angestoßen werden kann und der DPF nicht unnötig früh verstopft.

Auch ein beschädigtes AGR-Ventil oder falsches Öl kann zu starkem Ruß führen und einen Partikelfilter zusetzen. Durch die unvollkommene Verbrennung entstehen mehr Rußpartikel im Abgas, die nicht mehr regeneriert werden können. Im schlimmsten Fall führt dies dazu, dass das Fahrzeug in das Notlaufprogramm wechselt oder gar komplett abgestellt werden muss. Achtet daher beim Ölwechsel immer auf die Freigaben oder die „Low ash“-Eigenschaften.

Tipp 

Informiert Euch über Besonderheiten zum Regenerationsprozess und wie Ihr Euer Fahrzeug gezielt dabei unterstützen könnt. Einige Fahrzeuge können zum Beispiel in einer Kombination von ca. 120 km/h, dem 4. Gang und einer konstanten Drehzahl zwischen 2.500 und 3.000 U/Min die Regeneration auslösen. Andere Autos benötigen stets eine Mindestmenge Dieselkraftstoff im Tank, um eine Regeneration durchführen zu können.

Woran erkennt man, dass der DPF verstopft ist?

Von außen kann man nicht ohne Weiteres erkennen, ob ein Rußpartikelfilter verstopft ist. Den Ruß- und Aschegehalt kann man durch die Vielzahl an Sensoren jedoch auslesen lassen. Meistens setzt man sich mit dem Thema allerdings erst dann auseinander, wenn sich erste Probleme bemerkbar machen. Bei den meisten Fahrzeugen wird das neben der leuchtenden Motorkontrollleuchte der Leistungsverlust sein, das Auto zieht nicht dann mehr richtig. Um Folgeschäden zu vermeiden, sollte der Fehler möglichst bald ausgelesen und behoben werden. Bereits ein falsch schließendes AGR-Ventil oder ein defekter Differenzdrucksensor kann teure Schäden an Dieselfilter, Turbolader oder am Motor nach sich ziehen. Muss der Dieselpartikelfilter gewechselt werden, sollte man auch gleich die Sensoren mitsamt Druckschläuchen austauschen.

Wann sollte der Rußpartikelfilter gewechselt werden?

Grundsätzlich unterliegt ein aktueller Rußpartikelfilter keinen festen Inspektions- oder Wechselintervallen. Bei älteren Fahrzeugen war es üblich, die Filter bei 120.000 bis 180.000 Kilometern zu tauschen. Je moderner das Dieselfahrzeug aber ist, umso mehr überwacht es den Filter selbstständig. Alternativ kann die Fachwerkstatt ihn mit verschiedenen Diagnosesystemen mobil, per App oder am PC auslesen, seinen aktuellen Status abfragen und sogar im Stand eine Regeneration anschubsen. Hierfür sind der Asche- und Rußgehalt die wichtigen Parameter, die gemessen werden.

Wie entsorgt man den alten Rußpartikelfilter?

Ein defekter Dieselpartikelfilter gehört nicht in den Restmüll. In den modernen Filterelementen und Trägermaterialien stecken verschiedene Edelmetalle wie Platin und die porösen Wände bestehen meistens aus Siliziumcarbid, welches auf dem Gebiet der technischen Keramik wiederverwendet werden kann. Es gibt Betriebe, die sich auf das Recycling dieser wertvollen Ressourcen spezialisiert haben: Sie kaufen alte Rußpartikelfilter an und kümmern sich um die umweltschonende und fachgerechte Entsorgung der anfallenden Rückstände wie Ruß, Asche oder ölhaltige Materialien. Euren alten DPF könnt Ihr in Eurer Werkstatt abgeben. Manche Händler nehmen den alten Partikelfilter auch zurück, wenn dafür ein neuer gekauft wird.

FAQ

Wie oft sollte ein Dieselpartikelfilter gewechselt werden?

Von der Laufleistung her sollte ein Dieselpartikelfilter 120.000 bis 250.000 Kilometer ohne Auffälligkeiten nutzbar sein. Ein pauschaler Austausch wie bei einem Luft- oder Ölfilter ist in der Regel nicht (oder nur bei älteren Fahrzeugmodellen) vorgesehen.

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Warum verstopft ein Rußpartikelfilter?

Mit der Zeit setzen sich Rußpartikel im Filterinnern ab, die nicht mehr rückstandslos verbrannt werden können. Werden viele Kurz- und wenige Langstrecken gefahren, ist die Gefahr des Verstopfens besonders hoch. Es gibt aber auch technische Fehler, die dazu führen, dass der Rußpartikelfilter nicht mehr ordentlich arbeiten kann, etwa ein defektes AGR-Ventil, falsches Öl oder eine ungünstige Beimischung von Additiven.

Mehr Infos »

Was kostet der Wechsel eines Partikelfilters?

Ein neuer Partikelfilter kostet bei uns zwischen 400 und 1.200 €, der Austausch in der Werkstatt je nach Fahrzeugmodell weitere 400 bis 800 €. Große Motoren mit großer Filterleistung sind kostenintensiver als Modelle mit kleineren Motoren.

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Was sind typische Anzeichen für einen verschlissenen Rußpartikelfilter?

Erhöhter Kraftstoffverbrauch, Motorkontrolllampe leuchtet auf, Fahrzeug wechselt ins Notlaufprogramm.

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Kann man einen Rußpartikelfilter reinigen und was kostet das?

Für eine professionelle Reinigung des Rußpartikelfilters muss man mit Kosten von 400 bis 600 € rechnen.

Wie entsorgt man den alten Rußpartikelfilter?

Keinesfalls im Restmüll! Rußpartikelfilter beinhalten wertvolle Ressourcen und sollten in der Autowerkstatt abgegeben werden oder beim Hersteller, wenn man einen neuen DPF kauft.


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Haftungsausschluss:

DAPARTO haftet nicht für Verluste, Verletzungen, Schäden am Eigentum, die während des Reparatur- oder Ersatzprozesses durch eine fehlerhafte Anwendung oder eine Fehlinterpretation der bereitgestellten Informationen auftreten.

Die Informationen dienen nur zur Information und können einen Spezialisten nicht ersetzen. DAPARTO haftet nicht für die falsche oder gefährliche Verwendung von Geräten, Werkzeugen und Ersatzteilen. DAPARTO empfiehlt bei allen Reparaturen stets vorsichtig zu arbeiten und alle Sicherheitsregeln zu beachten.