Thermostat defekt: Symptome, Ursachen und Abhilfe

Der Motor wird schnell zu warm oder er kommt überhaupt nicht auf Temperatur? Dann könnte das Thermostat defekt sein. Neben den Symptomen wollen wir Euch mit diesem Beitrag über die Funktion des Thermostats, über Ursachen und über die Folgen eines Defekts und die Kosten für einen Wechsel des defekten Thermostats informieren.

Was macht ein Thermostat und wie funktioniert es?

Die Aufgabe des Thermostats besteht darin, die Kühlwassertemperatur zu regeln: Es soll den Motor schnell auf die optimale Betriebstemperatur bringen und diese konstant halten. Dazu stehen dem Thermostat ein kleiner und ein großer Kühlwasserkreislauf zur Verfügung.

Wird der Motor im kalten Zustand gestartet, ist das Thermostat zunächst geschlossen und das Kühlwasser fließt nur im kleinen Kühlkreislauf (das Kühlwasser fließt nur durch den Motor). Dadurch kommt der Motor schneller auf seine Betriebstemperatur, während das Kühlwasser im Kühlwasserkühler zunächst noch kalt bleibt. Zu den wesentlichen Bauteilen des kleinen Kühlkreislaufs zählt man die Wasserpumpe, den Wärmetauscher für die Heizung im Innenraum und den Motorblock selbst.

Ist die Betriebstemperatur des Motors erreicht, öffnet sich das Thermostat und dem kleinen Kühlkreislauf wird der Kühlwasserkühler zugeschaltet: Das nennt man den großen Kühlkreislauf.

Um den Fluss des Kühlwassers und damit die Motortemperatur regulieren zu können, gibt es im Wesentlichen zwei Bauarten von Thermostaten: das klassische Thermostat, welches mittels Dehnstoffelement den Kühlwasserfluss steuert, und das Kennfeldthermostat, welches über einen elektrischen Stellantrieb verfügt.

Grundsätzlich gemein haben beide Arten von Thermostaten, dass sie über einen Federteller verfügen. Diese Teller öffnen oder schließen jeweils den Weg zwischen dem kleinen und dem großen Kühlkreislauf. Im kalten Zustand verschließt der Federteller dem Kühlwasser den Weg zum Kühlwasserkühler. Erreicht das Kühlwasser die Öffnungstemperatur des Thermostats, öffnet das Dehnstoffelement bzw. das Motorsteuergerät über den elektrischen Stellantrieb den Teller und gibt damit dem Kühlwasser diesen Weg frei. Dieses Verschließen und Öffnen passiert jedes Mal, wenn die Öffnungstemperatur unterschritten bzw. erreicht wird.

Verfügt das Thermostat über einen zweiten Teller, wird dieser gleichzeitig bewegt. Dadurch wird der Bypass bzw. die Kurzschlussleitung zwischen Kühlwasserpumpe und Thermostat geschlossen.

Was sind die Symptome eines defekten Thermostats?

Im Grunde gibt es nur zwei nahezu eindeutige Anzeichen für ein defektes Thermostat. Entweder der Motor bzw. das Kühlwasser kommt zu schnell auf Betriebstemperatur und wird zu heiß oder der Motor kommt erst nach sehr langer Fahrt oder gar nicht auf Betriebstemperatur. In beiden Fällen hängt das Thermostat fest: Im einen Fall ist das Thermostat dauerhaft geschlossen und im anderen Fall dauerhaft geöffnet. Diese Probleme können sowohl beim klassischen Thermostat als auch beim Kennfeldthermostat auftreten.

Um einen dieser Fälle überhaupt bemerken zu können, muss das Kombiinstrument über eine Kühlwassertemperaturanzeige verfügen. Fehlt die Anzeige, bemerkt man den Defekt häufig zu spät. Für den Fall, dass das Kühlwaser zu warm wird, verfügt jedes Kühlsystem über ein Überdruckventil, über das der Überdruck in Form von Wasserdampf abgelassen wird. Dieses Überdruckventil sitzt meistens im Deckel des Ausgleichsbehälters oder im Kühlerdeckel. Spätestens wenn Wasserdampf abgelassen wird, sollte die rote Kühlmittelleuchte im Kombiinstrument anfangen zu leuchten bzw. zu blinken und den Fahrer damit zum Anhalten bringen.

Viele Autos verfügen zusätzlich über eine gelbe Kühlmittelleuchte, welche lediglich auf einen zu niedrigen Kühlwasserstand hinweist. Einem möglichen Defekt sollte man trotzdem immer auf den Grund gehen.

In seltenen Fällen kann der elektrische Kühlerlüfter des Kühlwasserkühlers, falls vorhanden, ein dauerhaft geschlossenes Thermostat kompensieren. Erkennen würde man das daran, dass der elektrische Kühlerlüfter nahezu permanent läuft.

Auch eher selten macht sich ein im offenen Zustand festhängendes Thermostat dadurch bemerkbar, dass die Motorkontrollleuchte leuchtet oder die Heizung nicht warm wird. Falls die Motorkontrollleuchte leuchtet, steht im Fehlerspeicher meistens ein Fehler den Katalysator oder die Lambdasonde betreffend, da diese im kalten Zustand nicht richtig arbeiten können.

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Welche Ursachen kann ein Defekt am Thermostat haben?

Die häufigste Ursache für ein dauerhaft offenes Thermostat ist ein verklemmter Kolben. Auch Korrosion schadet dem Thermostat und kann zu einem Defekt führen. Gelegentlich verklemmt auch ein Fremdkörper das offene Thermostat, sodass es nicht mehr schließen kann, wenn es sich abkühlt. Wenn sich der Federteller des Thermostats nicht nur am Thermostat selbst, sondern auch am Thermostatgehäuse abstützt, kommt es häufig vor, dass die Halter am Thermostatgehäuse wegbrechen, wodurch das Thermostat nur noch lose im Kühlwasserstrom hängt.

Mit der Zeit wird auch die Dichtung innerhalb des Dehnstoffelements undicht, wodurch das Wachs, das der eigentliche Dehnstoff ist, austreten kann. Damit verfügt das Dehnstoffelement nicht mehr über genügend Dehnstoff, um zu arbeiten, und das Thermostat bleibt verschlossen.

Bei Kennfeldthermostaten ist die häufigste Ursache ein defekter elektrischer Stellantrieb. Durch die Bewegung des Arbeitskolbens gelangt mit der Zeit Kühlwasser in den Stellantrieb und legt diesen lahm.

Kann man mit einem defekten Thermostat weiterfahren?

Fall 1: Thermostat öffnet sich nicht

Der Worst Case eines sich nicht mehr öffnenden Thermostats ist der Motorschaden durch Überhitzung. Ältere Motoren hatten Rumpfmotoren aus Grauguss und mit Zylinderköpfen aus Aluminium. Sie konnten ein Überhitzen nur schlecht wegstecken und infolge der Überhitzung gingen die Zylinderkopfdichtungen schnell kaputt. Moderne Motoren, bei denen sowohl der Rumpfmotor als auch der Zylinderkopf aus einer Aluminiumlegierung gefertigt ist, halten größerer Hitze wesentlich besser stand.

Wahrscheinlicher als ein Motorschaden ist es daher heutzutage, dass bei einer zu hohen Kühlwassertemperatur und einem daraus folgenden zu hohen Druck im Kühlsystem andere bzw. schwächere Teile in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ein platzender Kühlwasserschlauch oder ein wegbrechender Kunststoff-Kühlwasserflansch können zu einer schlagartigen Entleerung des Kühlsystems führen und damit sogar einen Kolbenfresser durch Überhitzung nach sich ziehen. In den meisten Fällen kündigt sich ein Kühlwasserverlust infolge eines zu hohen Systemdrucks langsam an. Entweder entweicht langsam Kühlwasser über das Überdruckventil oder eine Gummidichtung gibt langsam nach und es tropft allmählich Kühlwasser heraus. Aufgrund heutiger Fertigungsverfahren, bei denen Kühler verpresst und nicht mehr verlötet werden, kommt es häufiger vor, dass der Wasserkühler infolge des Überdrucks undicht wird.

Fall 2: Thermostat schließt sich nicht

Im ersten Moment weniger dramatisch erscheint ein dauerhaft geöffnetes Thermostat. Die Folgen kommen wesentlich schleichender zum Vorschein. Wird der Motor nicht richtig warm, unterliegen alle mechanischen Bauteile einem erheblichen Verschließ, da alle Passmaße für die Betriebstemperatur ausgelegt wurden. Des Weiteren läuft der Motor damit immer in der Warmlaufphase, das heißt, dass er permanent zu fett läuft und somit der Kraftstoffverbrauch erheblich höher ist.

Eventuell erfüllt das Fahrzeug dann auch nicht mehr die Abgasnorm, weil der Katalysator oder der Partikelfilter mit den fetten Abgasen nicht mehr klarkommt und die Umsetzungsrate nicht mehr schafft bzw. sich zusetzt. Neben der theoretischen Steuerhinterziehung können dann auch noch andere Bauteile im Abgasstrang in Mitleidenschaft gezogen werden.

Was tun bei einem defekten Thermostat?

Wenn das Kombiinstrument über eine Kühlwassertemperaturanzeige verfügt, kann man versuchen, mit einem defekten bzw. sich nicht mehr öffnenden Thermostat bis in die nächste Werkstatt zu fahren. Man sollte dabei immer die Temperatur im Blick haben, damit der Motor nicht zu heiß wird.

Folgende Verhaltensweisen können dabei helfen:

  • Fahrzeug zwischendurch abstellen und den Motor abkühlen lassen (mit offener Motorhaube geht es schneller).
  • Innenraumgebläse auf „ECO“ stellen bzw. die Klimaanlage abschalten, Temperatur und Gebläse auf Maximum stellen, um den Motor zu kühlen.
  • Nachts fahren, da dann die Außentemperaturen geringer sind.
  • Thermostat ausbauen.

Wenn das Thermostat nicht mehr schließt, kann man noch problemlos seine Fahrt abschließen und anschließend sein Fahrzeug zur nächsten Werkstatt bringen. Nur Volllastfahren sollte vermieden werden. Durch Volllastfahren kann man zwar den Motor zusätzlich aufheizen, zugleich erhöht sich jedoch der Verschleiß im Motor.

FAQ

Was kostet es, ein Thermostat zu wechseln?

Thermostate sind in der Regel nicht sehr teuer, meistens wird das Kühlwasser gleich mit gewechselt. In einer freien Werkstatt muss man für den Wechsel des Thermostats mit 100 € bis 400 € rechnen.

Wie viele Thermostate hat mein Auto?

In der Regel hat jedes Auto nur ein Thermostat. Supersportwagen verfügen manchmal über zwei Thermostate, wobei eines davon auch im Ölkreislauf verbaut sein kann.

Kann ich mit einem defekten Thermostat weiterfahren?

Wenn das Thermostat nicht mehr öffnet, sollte man nur weiterfahren, wenn es nicht anders geht. Dabei sollte man stets die Temperatur im Auge behalten. Mit einem offenen Thermostat ist die Weiterfahrt halbwegs unproblematisch.

Bei wie viel Grad öffnet ein Thermostat?

Thermostate öffnen meistens zwischen 80 °C und 110 °C, je nachdem, ob es sich um ein druckloses oder um ein unter Druck stehendes Kühlsystem handelt.

Hat jedes Auto ein Thermostat?

Ja. 1928 wurde das Ford Model A noch ohne Thermostat ausgeliefert. Wenige Jahre später verfügte aber jedes Auto über ein Thermostat im Kühlkreislauf.

Von welchem Hersteller soll ich mein Thermostat kaufen?

Namhafte Hersteller für Thermostate sind MAHLE, Hella, WAHLER und Valeo.


Haftungsausschluss:

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